Ein ganz normaler Tag.
Der Wecker klingelt um 6:00 Uhr morgens. Du stehst auf, machst dir einen Kaffee, bereitest nebenbei Frühstück und Jause für die Kinder vor. Dann ins Bad: duschen, Zähne putzen, eincremen, Haare kämmen. Du bemerkst, dass die Kinder noch schlafen, prüfst, ob sie rechtzeitig wach werden.
Im Grunde könntest du diesen morgendlichen Ablauf mit verbundenen Augen erledigen.
Und genau so fühlt sich auch dein restliches Leben an.
Im Job bist du etabliert.
In die Elternrolle längst hineingewachsen.
Die Partnerschaft kreist mehr um Organisation und Geld als um Gefühle.
Selbst die zwischenmenschlichen Berührungen lösen keine wirkliche Aufregung mehr aus.
Du funktionierst.
Du bist verlässlich.
Alle verlassen sich auf dich.
Und du lebst diese Verlässlichkeit – selbstverständlich.
Du bist wie ein Hamster im Rad. Du läufst im immer gleichen Tempo, Tag für Tag, und kommst doch nirgends an.
Es ist keine latente Unzufriedenheit.
Es ist etwas anderes.
Eine Müdigkeit, die bleibt.
Abends liegst du im Bett und fragst dich, was du heute eigentlich gemacht hast.
Der Tag war voll – und doch schwer greifbar.
Dann schließt du die Augen.
Und Erinnerungen tauchen auf.
Der Moment, als du vor vielen Jahren deinen Partner kennengelernt hast.
Der erste gemeinsame Urlaub.
Die Wohnung, die ihr entdeckt habt – zufällig, und doch so passend.
Der positive Schwangerschaftstest in deinen Händen. Diese Mischung aus Angst und Freude, die dich fast überrollt hat.
Der Anruf, bei dem dein Partner dir von seiner Beförderung erzählt hat.
Der große Streit, als du mit dem ersten Kind viel allein warst und er Abend für Abend erschöpft nach Hause kam.
Der erste Schultag – voller Hoffnung.
Und später der Kampf um einen Schulwechsel, indem du wie eine Löwin für dein Kind eingestanden bist.
Der Wiedereinstieg ins Berufsleben.
Das schlechte Gewissen, weil deine Kinder in die Nachmittagsbetreuung gingen.
So viele Herausforderungen.
So viel, das du getragen hast.
So viel, das du gemeistert hast.
Der Plan ist aufgegangen.
Das Rad läuft.
Alles funktioniert.
Und jetzt?
Wer bist du jetzt?








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