Letztens hatten wir einen Termin in der neuen Schule meines Sohnes.
Es ging darum zu klären, ob es die richtige Entscheidung ist, ihn dorthin wechseln zu lassen.
Nach den Erfahrungen in der vorherigen Schule waren wir als Familie vorsichtig geworden.
Die Direktorin öffnete die Tür, begrüßte uns und sagte:
„Mir ist leider ein Termin dazwischen gekommen. Daher wird meine Stellvertreterin mit Ihnen das Gespräch führen. Das ist eh in Ordnung für Sie, oder?“
Meine Antwort kam schnell.
„Nein, wir möchten das Gespräch mit Ihnen persönlich führen.“
Ihr Gesicht zeigte kurz Überraschung.
Offenbar hatte sie nicht mit einer ehrlichen Antwort auf eine rhetorische Frage gerechnet.
Wir bekamen den Termin – wie ursprünglich vereinbart – mit ihr persönlich.
Später erzählte ich einer Freundin davon.
Sie meinte: „Das war richtig mutig!“
War es das wirklich?
Braucht es Mut, klar zu sagen, was man möchte?
Auf dem Heimweg blieb mir der Moment im Kopf.
Wie oft hatte ich in ähnlichen Situationen gesagt:
„Ist kein Problem.“
„Passt schon.“
„Kein Stress.“
Und danach gemerkt, dass es eben doch nicht ganz gepasst hatte.
Es war nicht das Gegenüber, das meine Grenze überging.
Ich hatte sie nicht ausgesprochen.
Ich war zur Direktorin nicht unfreundlich gewesen.
Nur ehrlich.
Und ist Ehrlichkeit automatisch Unfreundlichkeit?
Oder fühlt es sich nur ungewohnt an, wenn ich mich nicht selbst hintenanstelle?
Vielleicht beginnt ein Nein nicht laut.
Sondern einfach mit einem klaren Satz.
Wann hast du zuletzt gespürt, dass ein Nein in dir war – und es trotzdem nicht ausgesprochen?







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