Ich war im Nonseum – einem Nonsens-Museum voller unbrauchbarer Erfindungen.
Es gab „Zebrastreifen-Schuhe“, „Französische-Revolutions-Schach“, durchsichtige Schnapskarten und „Fastenbesteck“ mit Dornen.
Erfindungen, die niemand braucht –
die aber etwas schenken, das uns im Alltag oft fehlt:
ein Lächeln auf den Lippen.
Danach dachte ich darüber nach, wie vieles in unserem Leben einem Zweck dient.
Wir lernen, um eine Ausbildung abzuschließen, die uns in einen Job führt, der uns ein Gehalt bringt, mit dem wir unsere Ausgaben bezahlen können: Essen, Kleidung, Auto, Kredit, Urlaube, Freizeit.
Wir machen den Haushalt, damit saubere Kleidung im Schrank liegt, das Zuhause einigermaßen ordentlich bleibt und etwas Gekochtes auf dem Tisch steht.
Wir gehen zum Sport, ernähren uns gesund und widerstehen Versuchungen, um möglichst lange fit und mobil zu bleiben.
So vieles in unserem Leben verfolgt ein Ziel.
Und grundsätzlich ist daran nichts falsch.
Die meisten Museen haben den Auftrag zu bilden – über Kunst, Natur oder Geschichte.
Und vielleicht glauben wir deshalb manchmal auch, dass alles in unserem Leben sinnvoll, produktiv oder wenigstens nützlich sein muss.
Aber manchmal tut auch ein Nonseum gut.
Oder Tätigkeiten, die zu keinem Ergebnis führen.
Ein Lied singen – mit falschen Tönen und ohne den Text zu kennen.
Sich bewegen, ohne Ziel und Vorgabe.
Trash-TV schauen ohne Bildungsauftrag.
Und vielleicht das Wichtigste:
all das ohne schlechtes Gewissen tun.
Vielleicht fällt es uns deshalb so schwer, einfach etwas zu tun, das zu nichts führt.
Weil wir so lange gelernt haben, dass unser Wert davon abhängt, sinnvoll zu sein.







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